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Die Verwirrung ist komplett
Deutsche Post erkennt Klötzer Variante der Adresse nicht an: Straßen müssen umbenannt werden
Von Monika Schmidt
KLÖTZE. Nicht nur die neuen Adressen im Gebiet der Einheitsgemeinde Stadt Klötze sorgen für Gesprächsstoff. Vollends unverständlich ist es vielen Bürgern, warum es nicht möglich ist, für die Stadt Klötze eine einheitliche Postleitzahl zu verwenden. Die Post habe sich geweigert, so informierte die Stadt Klötze, die Postleitzahlen für Schwiesau und Trippigleben zu vereinheitlichen.
In anderen Regionen, wie Salzwedel und bei der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf, war es sehr wohl möglich, einheitliche Postleitzahlen für die neu gebildeten Gemeinden zu bekommen. "Ja, weil dort Straßen umbenannt wurden", antwortet Anke Baumann, Pressesprecherin der Deutschen Post AG, auf AZ-Anfrage. Sie widerspricht der Darstellung der Stadt Klötze energisch. Derzeit würden sich viele kommunale Gebilde in einem Wandlungsprozess befinden. Die Deutsche Post AG ist darum bemüht, für einheitliche Namen auch eine einheitliche Postleitzahl einzuführen. So ist es "perspektivisch" auch geplant, Trippigleben und Schwiesau mit der Klötzer Postleitzahl zu versehen. Allerdings müsse zunächst die neue Einheitsgemeinde Stadt Klötze die Voraussetzungen dafür schaffen, erläuterte Anke Baumann im AZ-Gespräch weiter. Und das heißt, dass es keine doppelten Straßennamen innerhalb des Gebietes geben darf. "Der Ortsteil als Bestandteil der Adresse ist kein Unterscheidungskriterium im Briefsortierzentrum", erläutert Anke Baumann.
Das bedeutet, dass die Post weiterhin mit den alten Anschriften, also Postleitzahl und Ortsteil, weiterarbeitet. Sie empfiehlt auch allen Briefeschreibern, an der bekannten Variante festzuhalten. Die Stadt ist am Zug. "Die Umbenennung der doppelten Straßennamen ist die Voraussetzung", macht Anke Baumann deutlich. Erst wenn diese erfolgt ist, kann hinter jeden Brief innerhalb der neuen Einheitsgemeinde die Postleitzahl und Klötze als Anschrift geschrieben werden. Bis dahin sollte hinter der Postleitzahl der Ortsteil stehen, damit es im Briefsortierzentrum in Braunschweig keine Verwirrung gibt. "Der Ortsteil als Adressbestandteil wird bei der maschinellen Sortiertechnik nicht erkannt. Das gibt nur Verwirrung", informiert Anke Baumann.
"An den Straßenumbenennungen führt kein Weg vorbei", betont die Pressesprecherin der Deutschen Post. Und verweist auf die Verbandsgemeinde Beetzendorf, wo zunächst die Straßen umbenannt wurden und dann die Postleitzahlen vereinheitlicht werden konnten. Etwas verwundert zeigte sich Anke Baumann über die Darstellung der Stadt, dass die Post die einheitliche Postleitzahl nicht wolle. Es habe viele Gespräche zwischen der Stadt Klötze und der Deutschen Post gegeben, in denen deutlich erklärt worden sei, dass eine Vereinheitlichung der Postleitzahl möglich ist, wenn die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Die Stadt Klötze wird die Regelung der neuen Anschriften, so wie sie im Eingemeindungsvertrag festgeschrieben wurden, wohl noch einmal überdenken müssen.
Für den Klötzer Bürgermeister Matthias Mann war die Ansicht der Post zu dem Thema gestern vollkommen neu - und unverständlich. Die Variante mit dem Ortsteil hatte die Einheitsgemeinde nach der DIN-Norm gewählt und diese müsste deshalb auch anerkannt werden, erklärte er. Die Stadt werde sich nicht von der Post eine andere Variante "aufdiktieren" lassen, versicherte Matthias Mann. "Die Post ist noch nicht weisungsberechtigt", stellte er fest. Allerdings soll das Thema noch einmal geprüft werden. Dass die Stadt von ihrer gewählten Variante abrückt, hielt der Bürgermeister gestern für unwahrscheinlich. Er verwies vor allem auf die Kosten, die entstehen, wenn in den Ortsteilen die Straßenschilder ausgetauscht und die Adressen der Einwohner noch einmal geändert werden müssen.
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