VOLKSINITIATIVE SACHSEN ANHALT 2011

Bürger von Sachsen-Anhalt gegen flächendeckende Einheitsgemeinden und Zwangseingemeindungen in Ober- und Mittelzentren

Pressebericht Altmarkzeitung: Kreis tauscht ab April 274 Ortsschilder aus (27.01.2010)
Kreis tauscht ab April 274 Ortsschilder aus
Neu statt überkleben / Illegale Demontagetrupps holten sich bereits 32 Andenken
Von Holger Benecke

SALZWEDEL. Gemeindegebietsreform - dazu gehört auch, dass zahlreiche Ortsschilder neu bestückt werden müssen. Zuständig sind die Baulastträger der jeweiligen Straßen. Der Altmarkkreis muss an seinem Netz - rund 510 Kilometer Kreisstraßen - neue Ortsschilder montieren.

"Momentan handelt es sich um 274 Ortsschilder, die an den Kreisstraßen neu gemacht werden müssen", informierte Dieter Kraus, dem die Kreisstraßenmeisterei untersteht. Und die muss über 510 Kilometer im Kreisgebiet beackern.

Zu den 274 Ortsschildern können noch weitere hinzukommen. Denn vor allem im Gardelegener Raum sind etliche Gemeinden noch nicht zugeordnet, blickt Kraus voraus.

Der oberste Straßenmeister rechnet derzeit mit Gesamtkosten für die Neubeschilderung von rund 30 000 Euro, die sich nach der Zuordnung auf 40 000 bis 45 000 Euro erhöhen werden.

Die vorhandenen Schilder mit Aufklebern auf den neuesten Stand zu bringen, sei zum Teil aus Platzgründen kaum möglich, kommentierte Kraus. So sei man im Kreis überein gekommen: "Wenn wir es schon machen müssen, dann machen wir es richtig." Heißt: Die Schilder werden komplett gegen neue ausgetauscht.

Das macht sowieso Sinn, denn die Diebstahlsmeldungen von Ortsschildern häufen sich bei der Polizei. So manche Tafel der alten Heimat mit neuem Namen wanderte in Verstecke beziehungsweise ziert inzwischen Partykeller, in denen die Alteingesessenen bei einem leckeren Tröpfchen der "guten alten Zeiten gedenkt, in denen man noch selbstständig war".

32 Ortsschilder sind bis gestern an den Kreisstraßen heimlich demontiert worden. Dieter Kraus berichtete, dass an einigen Stellen illegale Demontagetrupps 50 km/h-Zeichen in die leeren Ortsschildrahmen gehängt haben, in manchen sogar die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h. Dafür hat er dann noch Verständnis.

Schlimm wirds, wenn die Ortsschilder einfach nur mitgenommen werden. Und wenn dann Fremde mit 80 Sachen durch die Dörfer brausen, weil kein Hinweis sie genötigt hat, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen.

Zurzeit laufen die Ausschreibungen für die Neubeschilderung an den Kreisstraßen. Im April, spätestens im Mai soll die Austauschaktion anlaufen, hat Dieter Kraus den Zeitplan bereits abgesteckt.

Während der Altmarkkreis bestens vorbereitet und gerüstet ist, klemmt es in manchen Kommunen, die nun für die Neubeschilderung an den Gemeindestraßen zuständig sind. Beispielsweise in Salzwedel. Dort ist das Thema vor zwei Wochen während der Amtsleiterberatung angerissen worden. Doch das dafür zuständige Ordnungsamt ist noch nicht dazu gekommen, weil "momentan so viele Aufgaben im Zusammenhang mit der Eingemeindung anstehen", wie Amtsleiterin Christina Schramm gegenüber der AZ sagte. Man müsse sich erst einmal einen Überblick verschaffen, um wie viele Schilder es sich handele.



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