VOLKSINITIATIVE SACHSEN ANHALT 2011

Bürger von Sachsen-Anhalt gegen flächendeckende Einheitsgemeinden und Zwangseingemeindungen in Ober- und Mittelzentren

Pressebericht Altmarkzeitung: Warum nicht auch der Bürgermeister? (05.02.2010)
Warum nicht auch der Bürgermeister?
CDU-Kritik an Landesregierung bei Kamingespräch in Gardelegen
Von Stefan Schmidt

GARDELEGEN. Jeder solle mal seine Meinung offen äußern dürfen. Deshalb tage man intern, so Landes-Wirtschaftsminister Reiner Haseloff, wahrscheinlicher CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2011, vor dem internen Kamingespräch der CDU am Mittwochabend in Gardelegen. Auf den Tisch kam vor allem ein Thema: Warum wird in Gardelegen im Zuge der Zwangseingemeindungen eigentlich kein neuer Bürgermeister gewählt?

Sie könnten aus Köckte kommen, aus dem 40 Kilometer entfernten Wollenhagen, aus Breitenfeld und auch aus Potzehne. Die möglichen Mitglieder des Gardelegener Stadtrates, der im Zuge der Zwangseingemeindungen nach Gardelegen vielleicht noch in diesem Jahr neu gewählt wird (wir berichteten), wohnen weit verstreut. Doch am Mittwochabend, als die CDU-Landesspitze um Ministerpräsident Wolfgang Böhmer in den Fischerhof Gahrns nach Gardelegen zu einem nichtöffentlichen Kamingespräch einlud, gab es ein weiteres Thema: Warum wird nicht auch der Bürgermeister der Stadt Gardelegen neu gewählt? Diese Frage warf vor allem Karsten Rauhut, Ortsverbands-Vorsitzender der CDU in Gardelegen, auf. Aber nicht nur er.

Doch eine BürgermeisterNeuwahl - derzeit sitzt SPD-Mann Konrad Fuchs im Gardelegener Rathaus, ist bis 2015 gewählt - gehe gar nicht, hieß es da von Jürgen Scharf, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Landtag. Denn bei der neuen Stadt Gardelegen handele es sich um eine Erweiterung des bisherigen Stadtgebietes, nicht um eine Neugründung. Anders als in Tangerhütte. Dort ist die Einheitsgemeinde neu aus der Taufe gehoben worden. Folgerichtig wird auch ein neuer Bürgermeister gewählt.

"Ich kann dieses Argument sogar nachvollziehen", so Bernd Wießel, Vorsitzender des Gemeinschaftsausschusses der VG Südliche Altmark, die in knapp einem Jahr komplett zur Stadt gehen wird. Gleichwohl hält auch Wießel, Bürgermeister von Breitenfeld, eine Neuwahl des Stadt-Bürgermeisters für sinnvoll. "Wir werden prüfen, ob es da nicht doch noch einen Weg gibt", kündigt er an.



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