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Pressebericht MZ: Ein Tanz auf zwei Hochzeiten (05.02.2010) |
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Ein Tanz auf zwei Hochzeiten
CDU-Mann Ralf Wunschinski bleibt Volksinitiative treu
VON GERT GLOWINSKI UND ALEXANDER SCHIERHOLZ
ZORBAU/MAGDEBURG/MZ. Während in Zorbau (Saalekreis) die Volksinitiative Sachsen-Anhalt am Mittwochabend die Gründung einer Partei vorbereitet hat, war ihr schillerndster Vertreter Skilaufen. In der Vergangenheit hat Ralf Wunschinski keine Gelegenheit ausgelassen, für die Ziele der Volksinitiative - etwa die Aufhebung der Gebietsreform - lautstark zu werben. Geht es aber darum, die Initiative mit der Parteigründung fit für die Landtagswahl 2011 zu machen, hält sich der Bürgermeister von Angersdorf bei Halle auffällig zurück. Wunschinski will zwar in den Landtag - aber als Direktkandidat seiner Partei, der CDU. "Derzeit sehe ich keinen Konflikt in meinem Engagement in der Volksinitiative und einer Kandidatur für die CDU", so Wunschinski. Er wolle weiter bei der Initiative mitmachen, sich in den Wahlkampf der neuen Partei - Arbeitstitel "Perspektive Sachsen-Anhalt" - aber weder einmischen noch dieser beitreten.
Mit diesem Kurs kommt Wunschinski Ärger aus der CDU zuvor. "Wären Mitglieder von uns auch in der neuen Partei, wäre das parteischädigendes Verhalten, das zum Ausschluss aus der CDU führen würde", sagt CDU-Landeschef Thomas Webel. Nicht anders sieht es bei der SPD aus, auch Sozialdemokraten mischen bei der Volksinitiative mit. Doppelmitgliedschaften aber würden sich ausschließen, betont Landeschefin Katrin Budde.
Ob die Strategie von Wunschinski aufgeht, daran gibt es auch anderswo Zweifel. "Die Volksinitiative und die neue Partei laufen parallel. Ralf Wunschinski muss sich entscheiden", sagt Frank Stolzenberg. Der Bürgermeister von Peißen (Saalekreis) ist Mitinitiator der neuen Partei. "Die CDU wird im Wahlkampf von uns heftig attackiert werden", kündigt Stolzenberg an. Und: "Wunschinski hätten wir gern dabei." Der setzt aber auf die CDU. "Einen Großteil der Basis habe ich auf meiner Seite", sagt er mit Blick auf die anstehenden Nominierungsrunden. Thomas Webel lässt derweil deutlich durchblicken, was er von der Arbeit seines Parteifreundes in der Volksinitiative hält: "Sein Engagement war lobenswert. Aber irgendwann muss man auch mal die Realitäten anerkennen." Mehr als 1 000 Gemeinden hätten sich freiwillig zusammengefunden. "Das ist gelaufen", sagt Webel.
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